My gay life´s diary
My gay life´s diary Teil II Part 4
Meine Mutter hatte sich schon zu Lebzeiten mit dem Gedanken getragen das große Haus zu verkaufen und ein neues, kleineres zu kaufen oder neu zu bauen. Das war vernünftig, denn das Hallenschwimmbad im Haus nutzen wir sowieso nicht, und es verschlang enorme Heizkosten, der Garten war riesig und in Ordnung zu halten, was meiner Mutter zwar Freude, aber auch enorme Mühen machte, weswegen sie sich ein kleineres Haus wünschte, in dem sie leben und das Alter genießen wollte.
Es war damals auch offen, ob ich mit in das neue Haus ziehen würde, oder einmal versuchen sollte mich auf eigene Füße zu stellen und mir vielleicht in der Umgebung eine eigne Wohnung suchen sollte, denn meine Mutter und ich hatten uns in den letzten Jahren ihres Lebens immer schlechter verstanden, sodass eine solche Lösung wohl nicht die schlechteste gewesen wäre. Aber der unerwartete Tod meiner Mutter hatte diese Pläne zunichte gemacht, oder besser gesagt, ich sollte nun gänzlich für mich alleine bleiben und selbst entscheiden, wo und wie ich leben möchte.
Ich entschied mich damals mit dem Makler, den meine Mutter zum Schätzen des Hauses bestellt hatte weiter zu arbeiten und beauftragte ihn mit dem Verkauf des Hauses, weit unter Wert, denn es war in den drei Jahren, die ich es allein bewohnt hatte, in einen schlechten Zustand gekommen, ich hätte den Garten komplett machen müssen, das Gras stand bestimmt einen Meter hoch, die Tapeten hätten erneuert werden müsssen und und und...so war es denn am besten als ich das Haus verkaufen konnte, mit Verlust zwar aber ich war es los, und die Arbeit...dachte ich …
B...heim
Nun musste ich sehen, wie ich wieder zu einer Wohnung kam, zu einem Ort, an den ich mich zurückziehen konnte und wo ich versuchen wollte, mkr so etwas wie ein Heim zu schaffen, wo ich mich wohlfühlen konnte und vielleicht auch neu Kontakte knüpfen konte. Als ich das Haus verkauft hatte legte ich wieder einmal eine Trinkpause ein, diesmal hatte ich mir sogar vorgenommen, dass sie länger andauern sollte, ich hatte den Vorsatz gefasst, mit dem Trinken aufzuhören, einmal weil es mir auch körperlich immer schlechter ging, zum anderen weil ich die Belastung, die durch häufige Hausbesichtigungen entdstand nicht mit Alkohol durchstehen konnte.
Nachdem ich also drei Tage wieder einmal mit den schrecklichsten Horrorvisionen verbracht hatte, die Bettlaken und Decken durchgeschwitzt hatte und dennoch fror wie ein Schneider begann es mir besser zu gehen, und ich fasste auch wieder Mut, mein Leben doch noch in den Griff zu bekommen.
Ich hatte Glück, bekam auch Hilfe durch meine Großmutter, die damit einverstanden war dass ich das Haus verkaufte, sie unterstützte mich finanziell bei der Suche nach einer neuen Bleibe, hörte sich an was ich so besichtigt hatte an Häusern und war nicht wenig überrascht, als ich ihr eines Tages mitteilte, ein Haus gefunden zu haben, das mir gefiel, denn es lag natürlich in dem Ort, in dem Thomas zu Hause war, meine große Liebe, die mir damals immer noch fehlte, und wenn ich es heute betrachte, so fehlt er mir immer noch, so wohl wie mit ihm habe ich mich nie mehr bei einem Mesnchen gefühlt, so sicher, so beschützt und enfach gut aufgehoben.
Es war ein Reihenhaus-Neubau, am Ende einer Seitenstraße in einem Neubaugebiet, ein Mittelhaus, also nicht mit viel garten, sodass ich nicht allzu viel Arbeit haben würde um es in Schuss zu halten, das kleine Grundstück, eigentlich nett gelegen, relativ ruhig, und das Haus, sollte man den Plänen glauben, war auch recht gut gebaut, solide und mit einer praktischen Raumaufteilung. Ich kaufte es kurz überlegt, nach nur einer Nacht nachdenken und Pläne machen, Rechnungen anstellend ob ich es mir leisten konnte, eine Nacht, in der ich nüchtern blieb, voll der Hoffnung auf einen Neuanfang, ohne die Blicke meiner Nachbarn, die wohl das Schlechteste von mir dachten, meist nicht zu Unrecht.
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My gay life´s diary Teil II Part 3
An manchen Tagen war es dann so dass in einem der Häuser, die meine Oma verwaltete, irgend etwas anlag, es mussten die Zähler abgelesen werden, eine Renovierung beaufsichtigt oder ein neuer Mieter eingeführt werden, da mustte ich dann drei tage vorher mit dem saufen aufhören, was mir immer schwerer viel, ich zitterte, fror und schwitzte gleichzeitig, konnte nicht schlafen und hatte enorme seelische Probleme, Angstzustände und Depressionen. Nachts hatte ich die schrecklichsten Alpträume in diesen tagen, mein ganzes Bemühen zielte nur darauf ab, den Kram möglichst schnell zu erledigen und dann wieder meiner geliebten Sauferei nachgehen zu können.
Es war schlimm, echt schlimm, wenn man wusste, dass es bergab geht, sich aber nicht aus dem sumpf befreien konnte, weil einem einfach die Kraft dazu fehlte. Man könnte ja denken, dass es nach diesem kalten Entzug besser war mit dem Saufdruck, aber das war es nicht, denn sobald die Sachen erledigt waren bagann ich wieder damit mich in den Zustand des „Nichtfühlenmüssens“ zu versetzen, ich trank mich in meine Freiheit, meine Ruhe und Zufriedenheit, die mir der Alkohol vorgaukelte.
Ich wusste mir keine andere Möglichkeit, weiterleben zu können, weiterleben zu wollen. Meine Großmutter merkte an manchen tagen dass ich stark angetrunken war, oder dass ich zitterte, sie kannte das ja von meijem Großvater, der auch Alkoholiker war, und von meinem Onkel, der dieser Krankheit ebenfalls zum Opfer gefallen war.
Aber sie sprach mich nicht ernsthaft darauf an, sie versuchte nicht mir zu helfen, nicht aus Boshaftigkeit, sondern wohl eher weil sie nicht wusste was sie machen sollte, hatte sie doch auch bei meinem Onkel und letztlich auch bei ihrem Mann versagt in dieser Beziehung. Sie sagte nur ab und an zu mir ich solle nicht so viel trinken, besonders nicht wenn etwas anlag das es zu erledigen galt, es kam ihr mehr darauf an dass der Laden lief und vor allem dass die Nachbarn und der Rest der Familie nichts mitbekamen. Ich konnte mein Leiden auch recht gut verstecken, nur ab und an, wenn ich total betrunken morgens früh aus der Stadt kam, da hat mich eine Nachbarin, die etwas erhöht wohnte, beobachtet und dann bei meiner Oma verpetzt. Das führte aber meist zu keinen Verstimmungen, lediglich zu der Mahnung mich nicht so gehen zu lassen.
Wo sollte ich Hilfe bekommen, wen um Rat bitten, wen fragen was ich tun sollte? Zu einem Psychologen gehen, einem Nervenarzt, der mir mit Medikamneten helfen könnte, oder eine Entziehungskur machen? Um Gottes Willen, dachte ich mir, ich bin doch kein Parkbankpenner, kein Wohnsitzloser, ich habe doch ein Haus, und ich studiere Jura...
Scheiße hatte ich, ich war ganz weit unten, hatte noch nicht einmal jemanden, der mir ernsthaft ins Gewissen redete. Und ich sah auch nicht die Notwendigkeit, etwas zu ändern, denn ich konnte meinen Zustand ertragen, im Moment, ich hatte Geld und ein Dach über dem Kopf.
Solange ich das hatte, war ich abgesichert, auch wenn mein Studium immer mehr in die Hose ging, ich mich in der uni gar nicht mehr blicken ließ, nur zum Rückmeldungstermin einmal im Semester war ich da. So konnte das nicht werden mit dem Berufsabschluss, ich hatte zwar mein Abi, aber damit alleine konnte ich auch nichts anfangen, aber so weit dachte ich nicht, ich fühlte mich relativ sicher in meiner betrunkenen Umgebung, sah nicht in die Zukunft, auf die sich immer mehr dunkle Wolken legten.
Nur an den lichten Tagen, an denen ich entweder nichts vertrug an Alkohol oder nach meiner kleinen erzwungenen Saufpause, die ab und na mal sogar eine Woche dauerte, erledigte ich Dinge, die dringendst zu erledigen waren, und ich machte mir nüchtern Gedanke, was ich besser machen könnte, in meiner Umgebung, aber nicht in mir selbst, in meiner Seele, ich pflegte dann nur das Äußere, nicht meinen Geist und das, was mich innerlich quälte.
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My gay life´s diary ...Part 30 (Teil II Part 2)
In die Uni ging ich kaum noch, selbst die Rückmeldung war mir zuwider, denn auch dies war ein Termin, an dem ich nüchtern zu erscheinen hatte, und dazu war ich nicht in der lage, das ging nicht mehr, denn wenn ich nicht mein gewohhntes Quantum Alkohol in mir hatte, knickten mir die Beine weg, ich zitterte merklich und auch für Andere sichtbar, war nicht in der Lage etwas zu unterschreiben oder auch nur einen klaren Gedanken zu fassen, alles drehte sich nur noch darum, wann die Situation des „Nichttrinkenkönnens“ vor bei sein würde, wann ich nach Hause gehen konnte, die Tür und die Rolläden schließen konnte und endlich, endlich trinken konnte. Wenn ich angetrunken war fühlte ich mich relativ wohl, mein Körper beruhigte sich, das schreckliche Zittern lies nach, auch die Unsicherheit, die Angst, aufzufallen.
Es war immer meine große Angst, aufzufallen, dass jemand merken konnte, wie es mir wirklich ging, da hatte sich nichts geändert, die Angst, anders zu sein als die Anderen, mit irgendwelchen Defekten behaftet zu sein, dominierte mein Leben. Aber ich fiel natürlich auf, so sehr, dass ich mich nicht mehr traute, in die Stadt zu gehen, wenn ich nüchtern war, erst der Alkohol nahm mir die Angst, versetzte mich in die Lage, mich unter andere Menschen zu trauen. Ich lebte ständig in Angst, Angst wenn es klingelte, wenn ich jemanden, etwa den Schornsteinfeger oder den Stromableser, ins Haus lassen musste. Ich hatte Nachbarn, die auch gerne mal tranken, aber am nächsten Tag ihrer Arbeit nachgingen, und genau das konnte ich eben nicht, denn ich musste trinken, so viel trinken, dass ich ruhig wurde, aber damit nicht genug, wenn ich ruhig war verlor ich die Kontrolle, von der ich mir stets eingebildet hatte, sie noch zu besitzen. Ich trank nun immer mehr, verlor jeden Überblick und jede Scham, betrank mich oft bis zur Bewusstlosigkeit, ich wusste meist nicht mehr was ich am letzten Abend gemacht hatte, wo ich war und mit wem ich getrunken hatte. Ich nahm auch niemanden mehr mit nach Hause, mein einziges Sinnen und Trachten galt nur noch dem Alkohol.
Wenn ich manchmal einen „lichten“ Tag hatte, holte ich mein Scheckbuch heraus oder besorgte mir Geld von der Bank und fuhr mit dem Taxi in die Stadt, wo ich mir völlig sinnlose Dinge kaufte, nur um einmal wieder unter Menschen zu sein. Das waren die Tage, an denen ich dann auch zu meiner Großmutter ging, sie im Erledigen der Hausverwaltung unterstützte, denn dies war ja ihr Geschäft, neben der Pension meines Großvaters und der Mieteinnahmen ihr Auskommen, kein schlechtes Auskommen.
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My gay life´s diary ...Part 29 (Teil II Part 1)
My Gay life´s diary PART II
Der neue Weg...
Da stand ich nun, kaum 25 Jahre alt, in der Mitte des Studiums, das ich nicht mit der gegebenen Energie verfolgte, mit einem massiven Alkoholproblem, das ich zwar erkannt hatte, aber keine erträgliche Möglichkeit sah es anzugehen und abzustellen, ohne Freunde, ohne einen Menschen, den ich wirklich liebte, ohne Familie, wenn ich mal von meiner Großmutter absah, die mir nicht sonderlich nahe stand, ohne Drang, etwas in meinem Leben zu verändern, denn das was ich brauchte, das hatte ich ja. Ich war nicht arm, im Gegenteil, finaziell ging es mir recht gut, ich hatte mein Wohnhaus, recht groß und komfortabel, mein Geburtshaus, das auf dem damals geteilten Grundstück stand und das ich gut vermietet hatte, etwas Bargeld und immer die Möglichkeit eines der Häuser zu beleihen oder gar zu verkaufen, wenn ich Geld brauchte.
Und Geld bekam ich auch von meiner Großmutter, die mir meist den einkauf, den ich auch für sie erledigte, bezahlte, also meine Lebensmittel und meine Tankrechnung, meine Krankenversicherung sowie meine Bücher für die Uni, von denen ich sehr viele brachte, denn ich hatte keine Lust mich in der Bibliothek mit den Anderen um die wenigen vorhandenen Exemplare zu streiten.
Nicht, dass ich die Bücher auch las, es war nur immer ein beruhigendes Gefühl sie im haus zu haben, denn ich hätte sie ja jederzeit lesen können, wenn ich einen Antrieb dazu gehabt hätte, oder den Zwang, schnellstmöglich mit meinem Studium fertig zu werden, aber den hatte ich ja nicht. Und so ging es weiter, wie es in meinem bisherigen Leben eigentlich immer war, ich verschob alles von einem Tag auf den anderen, erledigte weder meine Hausarbeit noch pflegte ich Haus und Garten, beides verkam immer mehr, und in meinem Studium erlebte ich einen Misserfolg nach dem anderen.
Ich erlebte, dass es eben nicht ausreichte, ab und an mal in der Uni vorbei zu sehen, unvorbereitet, ohne Hausaufgaben. So war es ja in der Schule gewesen, stets zu spät oder gar nicht da, keine Husaufgaben und nicht gelernt, aber es hatte ausgerecht um mein Abitur zu machen, in der Uni langte es nicht. Da es keine Konsequenzen gab, sah ich auch nicht die Notwendigkeit mein Verhalten zu ändern, denn es ging mir ja ganz gut, ich hatte ein Dach über dem kopf und mehr als satt zu essen.
Mir fehlte der Biss, etwas erreichen zu wollen, denn ich hatte keinen Hunger, allerhöchstens den Hunger nach Liebe, aber selbst darum kümmerte ich mich nicht, ich war nicht aktiv auf der Suche nach einem neuesn Freund, nach jemandem, der mich liebte, und den ich lieben konnte, ich suchet lediglich Sex, wenn ich abends mal wegging, schon zu Hause angetrunken, und in den Kneipen, die ich damals besuchte, betrank ich mich so sehr dass weder an eine vernünftige Konversation zu denken war und schon gar nicht daran, verlässliche Bindungen einzugehen.
Wenn ich wirklich mal jemanden mit nach Hause nahm, dann nur für schnellen Sex, ohne seelische Bindung, und wenn es vorbei war schämte ich mich vor mir selbst und wollte die betreffende Person so schnell wie möglich aus dem Haus haben. Kein Wunder, dass ich nicht glücklich war, denn das war nicht das, wonach ichn mich sehnte, was ich wirklich haben wollte. Ich sehnte mich nach Liebe, aber gleichzeitig hatte ich eine extreme Angst davor, sie zu finden, ja sogar sie zu suchen, und so versetzte ich mich immer mehr und immer öfter in einen Zustand, der mich diesen Zwiespalt ertragen lies, der mich ruhig stellte und meine Sehnsucht, die ich nicht erfüllen konnte, in mir begrub.
Ich war nun jeden Tag betrunken, abends nicht mehr in der Lage, einen klaren Gedanken zu fassen, geschweige denn meinen Verpflichtungen nachzukommen. Ein Mal in der Woche musste ich für meine Großmutter einkaufen gehen, sie war sehr wählerisch nund aß nicht alles, was es so im Supermarkt gab, es musste in verschiedenen Geschäften, so beim Metzger und Bäcker, eingekauft werden. Ich sah diesem Einkaufstag immer mit Grausen entgegen, denn ich musste an diesem Tag relativ nüchtern bleiben, denn meine Oma hätte es gemerkt, wenn ich betrunken gewesen wäre, und ich musste ja mit dem Auto fahren, was es auch ausschloss, mich in meinen gewohnten Zustand des „Nichtfühlenmüssens“ zu versetzen.
Dieser Zusatnd war nun meine geistige Heimat, war mein Rückzugsraum, mein Trost, meine Familie, mein Freund, und vor allem meine Liebe.
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My gay life´s diary ...Part 28
In diesem Moment hatte ich keine Ahnung, wie das alles weitergehen sollte, mit mir, mit Thomas, den ich jetzt gerade so schrecklich vermisste, mit meinem Leben, für das ich keinen Plan hatte, mit nichts, ich wusste nichts.
Ich machte mir auch große Sorgen, wie es mit meiner Großmutter weiter gehen sollte, den auch sie war jetzt alleine, und ich kann verstehen, dass es für eine Mutter das Schlimmste ist, wenn das eigene geliebte Kind vor der Mutter stirbt. Meine Großmutter hatte vor einiger Zeit einen Unfall gehabt, als sie auf dem Zebrasterifen von einem Auto angefahern worden war, und sie konnte nur noch sehr schlecht laufen, und da war ja noch das Geschäft, das meine Mutter mitbetreut hatte, die Hausverwaltung, was sollte damit jetzt werden?
Meine Großmutter hielt sich erstaunlich stabil, ich hatte Angst das sie die Kontrolle verliert, etwas, mit dem ich nie umgehen konnte, mit en Gefühlen anderer, mit Gefühlsausbrüchen, da stand ich immer völligst überfordert herum, ich konnte keine Tränen sehen, keine Wut, keine Verzweiflung, und ich selbst habe mich auch stets bemüht, keine Gefühle zu zeigen, niemanden sehen zu lassen wie es mir geht, ich behielt das immer für mich, von ganz wenigen Ausnahmen in meinem Leben einmal abgesehen. Oder wenn ich Alkohol im Blut hatte, da konnte ich Gefühle zeigen, da habe ich die Kontrolle verloren. Ich War erstaunt, dass meine Großmutter das alles verkarften konnte, sicher, man merkte wie traurig sie war, aber sie machte keine Szene, weder bei der Erledigung der Notwendigkeiten bei der Arrangierung der Beerdigung, noch bei der Beisetzung selbst.
Diese fand vier Tage später in dem Vorort statt, in dem ich damals lebte. Es kamen viele Leute, Bekannte, einige Verwandte, Freunde, Nachbarn. Mein Onkel und sein freund waren ja auch da, sie wohnten für die Zeit bei meiner Oma, in dem Nachbarort. Ich kam mit beiden nicht sonderlich gut zurecht, hatte keine Bezeihung zu beiden, denn sie wohnten weit weg in Köln, und beide verreisten beruflich sehr oft, sodass ich sie nicht oft gesehen habe. Auch um meine Großmutter kümmerten sie sich nicht besonders, das war alles an meiner Mutter und mir hängen geblieben. Wie in manchen Familien beschränkte sich der Kontakt auf das Telefon, auf Weihnachten sowie auf Familenfeiern und eben Beerdigungen.
Ich hatte Angst vor dem Tag der Beerdigung, Angst, meine Gefühle zu zeigen, Angst, die Verwandten zu sehen, Angst vor dem Essen danach, vor den Gesprächen, die geführt werden mussten, und das Schlimmste, Angst vor dem Moment, in dem der Sarg herunter gelassen wurde. Ich hatte Angst zu weinen, etwas, das niemenden anging außer mir. Ich wollte am leibsten gar nicht hingehen, wollte mich verkriechen in meinem Bett, wollte mich betrinken um nur ja nicht fühlen zu müssen, aber das konnte ich nicht tun, mich verkriechen, ich musste da sein, wieder einmal für die Anderen, denn man verwies mich auf den Eindruck, den es bei den Anderen machen würde, wenn der eigene Sohn bei der Beerdigung nicht da war. Ich verweigerte allerdings das Gespräch mit dem Pfarrer, hatte ich noch ein ebensolches beim Tod meines Vaters in Erinnerung, bei dem es nicht um meinen Vater ging, sondern darum was für die Kirche dabei gespendet werden sollte. Ich hasste die Amtskirche, die sich um nichts Sorgen machet als um die Einnahmen. An meiner Einstellung zur Amtskirche hat sich bis heute nichts geändert, auch aufgrund der Mißhandlungen die ich im Internat ertragen musste.
Die Beerdigung fand am Nachmittag statt, Thomas war nicht da, ich weiß nicht mehrbwarum, ich erlebte diese Tage wie in einem geistigen Tiefschlaf, ich regelte zwar alles, was ich in diesem Moment regeln konnte, wie zum Beispiel Bank, Versicherung, Anwälte, aber eben alles hinter einem Schleier, es kam mir vor wie ein schlechter Traum, aus dem ich bald aufzuwachen hoffte. Thomas Eltern waren da, ich mochte die Beiden sehr, aber ich hatte keine Gelegenheit mit ihnen zu reden, hoffte aber sehr dass mir die Peinlichkeit erspart bliebe, meine Verwandten vorstellen zu müssen, besonders meine Großnichte aus der Schweiz, die völlig durchgeknallt war, das hätte mich sehrb geschämt. Ich hofte auch die Beerdigung ohne den sonst so üblichen Familienstreit übersehen zu können, vor allem das Essen danach, wobei es mir taktisch geschickt gelungen war, dies auf den engsten Kreis zu beschränken. Eigentlich waren es mir alles, bis auf meine Großmutter, fremde Leuet, die ben nur durch Zufall mit mir verwandt waren, durch die Geburt, aber nicht durch Auswahl, wie man es bei Freunden tut.
Ich war froh, als ich endlich wieder zu Hause war, in meiner Burg,in der ich mich wieder verkriechen konnte, die Rolläden herunter, alleine mit meinem Fernseher und meinem Bier. Ich weinte da zum ersten mal richtig, für mich alleine, ich weinte um meine Mutter, die ich nun vermisste, obwohl ich ihr seit dem Tod meines Vaters und besonders seit meiner Internatszeit nicht mehr nahe gestanden habe.
Das Internat, für dessen Notwendigkeit ich ihr die Schuld gab, hatte mich von ihr entfremdet. Ich weinte um mein Leben, von dem ich nicht wusste, wie ich es in Anstand und Würde weiterleben sollte, wie ich jetzt alles in den Griff bekommen sollte, die Dinge regeln sollte, die meine Mutter bisher geregelt hatte.
Finanziell ging es mir gut, ich hatte das Haus, in dem ich lebte, ein anders, das mir den Lebensunterhalt duch Mieteinnahmen sicherte, die Lebensversicherung meiner Mutter und die Ersparnisse eben. Was ich nicht hatte war Rat, jemanden der sich kümmerte, um mich, die Dinge, die meine Mutter immer fern von mir gehalten hatte. Aber es ging, ich regelte alles, änderte die Verträge, arbeitete an der Stelle meiner Mutter im Geschäft, tat, was getan werden musste, kümmerte mich um meine Großmutter, die immer mehr abbbaute, und wenn alles gereglt war, dann gab ich mich meinem Trost hin, ich trank immer mehr, ging abends wieder in die Kneipen, in denen ich mich mit Leuten traf, die ich sonst nicht angesehen hätte.
Thomas kam immer noch vorbei, er war der Einzige, den ich zu mir ließ, auf den ich mich freute, der da war, einfach da, wenn ich wieder einmal verzweifelt war. Aber seine Besuche wurden seltener, er kam nicht mehr wie früher jeden Tag, erst jeden zweiten, dann nur noch 2 Mal die Woche, und dann als er Geburtstag heben sollte, da sollte es mit unserer Freundschaft zu Ende gehen, ich denke weil er es nicht mehr ertragen konnt wie ich mich gehen ließ, wie ich mich verhielt wenn ich getrunken hatte. Es war schlimm, was ich ihm bot, ich kann es verstehen das er gegangen ist, das wäre ich wahrscheinlich auch in so einem Fall.
Er hatte am 5.März Geburtstag, und wir hatten uns für den Tag davor verabredet, wollten zum Einkaufen nach Wiesbaden, ich wollte ihm ein Sweatshirt schenken, er sollte sich etwas aussuchen. Wiesbaden war dei Stadt, in der wir immer einkauften, auch die Stadt, in der wir zum Essen und ins Kino gingen, denn ich hatte Angst in meiner Heimatstadt mit ihm jemanden zu treffen, mit dem ich am Abend zuvor gesoffen hatte. Auch hier hatte sich mein Leben reduziert,ich traute mich nüchtern nicht mehr in meine eigene Stadt, aus Scham. Das sollte ich später noch oft erleben, die Scham, die einen erfüllt, wenn man sich betrunken wieder einmal blamiert hat, weil man jede Kontrolle verloren hat, weil ich mich schämte, für das, was ich im Kontrollverlust verbrochen habe.
Wir waren dann in der Stadt, in Wiesbaden, aber er war sehr wortkarg, ich merkte dass etwas nicht stimmt, bekam Angst, Angst ihn zu verlieren, denn er war auf einmal sehr weit weg, gar nicht mehr der Thomas, den ich in den letzten acht Jahren kannte. Er suchet sich nichts aus, wollte lieber ein andermal wiederkommen, aber genau das tat er nicht, nicht an seinem Geburtstag am nachsten Tag, nicht in der nächsten Woche, er kam nie mehr. Auf meine Briefe antwortete er mir nicht, er rief nicht zurück, er meldete sich nicht mehr bei mir. Ich sollte ihn nie mehr wieder sehen. Ich hatte durch meine Schuld verloren, was mir am Wichtigsten war, eine Freundschaft, eine Liebe, wie ich sie nie mehr erfahren sollte in meinem Leben.
Ich hatte meinen letzten Halt verloren.
To be continued in part 29
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My gay life´s diary ...Part 27
In der Schule lief es gut, das Leben mit Thomas ging weiter, ich fühlte mich wohl, obwohl es bei mir zu Hause gar nicht rund lief, die Auseinandersetzungen mit meiner Mutter wurden immer schlimmer, wir verstanden uns überhaupt nicht mehr, was mich belastete, aber nicht davon abhielt meine Lebensgewohnheiten, die ich mal gelinde gesagt als suboptimal bezeichnen möchte, zu ändern. Ich sah schlicht keine Notwendigkeit dazu, sah ich doch damals in meiner Verblendung ein glänzendes Leben voraus, ich sollte mich irren, so sehr irren wie ich es mir gar nicht vorstellen konnte.
Thomas und ich fuhren noch einmal an den Genfer See, wieder im Sommer zum Camping, und es war genau so schön, einfach ein toller Urlaub, wie es die Zeit mit ihm insgesamt war. Auch einmal Skifahern waren wir, und einmal in Bulgarien, am Goldstrand, damals noch zu sozialistischen Zeiten, was den Urlaub nicht gerade hochwertig machte, aber die Tatsache dass wir zusammen waren das glich die Mängel mehr als aus. Und Bulgarien sollte noch eine Rolle spielen in meinem Leben, die ich damals noch gar nicht ahnen konnte, eine schmerzliche Rolle, die mich fast das Leben gekostet hätte und an der ich in diesem Moment, wo ich das schreibe, noch sehr zu knabbern habe. Es war 1985, und sieben Jahre nach dem Urlaub sollte in Bulgarien jemand geboren werden, der mr den bisher größten Schmerz in meinem Leben bereiten sollte, mein Hase.
Im Jahre 1985 habe ich auch mein Abitur abgelegt, und wie man sich denken kann, nicht ganz ohne einen Vorfall, der mich heute noch ärgert, nicht wegen der Note, die ich mir versaut habe, denn ich hab eine Abiprüfung in den Sand gesetzt, nur 3 Punkte, egal, aber ich hatte am Abend vor der Prüfung einen Fehler begangen, natürlich auch wieder einmal annähernd im Vollrausch, na ja, ich habe jemanden kennen gelernt und wieder einmal eine nNacht mit einem Fremden verbracht, was ich mir hätte ersparen können. Ich sehe es heute als Fehler an, dass ich mich versteckt habe, meine Sexualität als Schande gesehen habe, nicht als Geschenk Gottes, sondern als einen Drang, dem man bestenfalls im Dunkeln nachgeben konnte und nicht dadurch, dass man dazu stand wie man eben gestrickt war und sich auf die Suche nach einem Menschen machen konnte mit dem man Liebe und Sexualität unter einen Hut bringen konnte. Ich hätte mir einen lieben Freund suchen sollen, so wie ich es mir heute noch wünsche, und wie ich es heute noch zu erreichen suche, aber damals konnte ichnes nicht, weil meine Liebe Thomas galt, auch wenn ich bei ihm nicht das fand, was mich so umtriebig machte und das ich so vermisste, nämlich die Sexualität mit Liebe zu verbinden.
Thomas hatte die Schule vor einem Jahr verlassen, er hatte die Fachhochschulreife gemacht und wollte eine Ausbildung machen, mich hat das nicht gerade glücklich gemacht, dass ich nun alleine in der Schule war, aber es war sein Wille, und wir sollten ja nicht getrennt sein, sondern nur in er Schule getrennte Wege gehen, unser Privatleben ging in der gewohnten Art weiter, wir tafen uns fast jeden tag, erlebten die schönen Dinge des Lebens gemeinsam. Ich schrieb mich an der Uni ein, habe Jura angefangen zu studieren, obwohl ich nicht so die gesteigerte Lust dazu hatte, Geschichte hat mich weitaus mehr interessiert, aber meine Mutter und der Rest der Familie meinten das sei eine brotlose Kunst. Gut, denn also Jura, schaun wir mal was dabei rauskommt...nun, ich will es vorweg nehmen, nicht viel kam dabei raus, nur Ärger und Verdruss, wie meistens, wenn ich mich dem Willen und dem Diktat anderer beugte.
In der Uni war es nicht besonders lustig, voller Seminarplan, viele Vorlesungen, Hausarbeiten, und ich musste das erste Mal im Leben wirklich etwas tun, um das Ziel zu erreichen. Gar nicht so einfach, wenn man jeden Abend trinkt, mehr als einem gut tut, so viel sogar, dass man anfängt zu zittern wenn man nüchtern wird. Und was tut man, wenn man Angstzustände bekommt, wenn der Pegel sinkt..man nicht die bunten Pillen, die Mutti einem beim Arzt besorgt hat, und schon ist alles erträglich, man kann die Sehnsucht ertargen bis zum Nachmittag, an dem man seinen nun wichtigsten Freund trifft, den Alkohol. Ich habe zum erste mal in Bulgarien im Uralub bemerkt, dass ich massive Probleme bekomme, wenn ich nicht trinke, wenn ich unter den Pegel falle und nicht dafür sorgen kann diesen wieder zu erreichen. Es war beim Suppe essen, als ich begann zu zittern, die Suppe nicht mit dem Löffel essen konnte, ein Signal, das ich wahr nahm, das mich beunruhigte, aber nicht in meinem Leben duldete, denn es konnte nicht sein dass ich Alkoholiker war, die liegen auf der Parkbank, ich war Abiturient und bagann mein Studium, ich konnte kein Alkoholiker sein, das gab es nicht in meiner Familie, wir tranken höchstens mal in Gesellschaft..oder heimlich eben, wie meine Mutter.
Mein Leben reduzierte sich, mein Umfeld wurde immer kleiner, nicht nur aufgrund der Tatsache, dass meine Oma starb, die Mutter meines Vaters, an der ich sehr gehangen habe, solange ich noch mit ihr reden konnze, bis sie in Demenz verfallen war. Auch der Vater meiner Mutter starb, und einzig meine Oma mütterlicherseits blieb übrig, sie betrieb eine Immobilienverwaltungsgesellschaft, in der ich auch immer stärker eingebunden wurde, weil sie aufgrund ihres Alters auch nicht mehr so viel arbeiten konnte wie sie es gerne getan hätte. Es war aber nicht nur die Verwandschaft, die weg starb, es war auch mein gesellschaftliches Umfeld, das sich mehr und mehr einengte, ich hatte eigentlich nur noch Interesse an den leuten, mit denen ich abens trinken gehen konnte, mit denen ich feiern konnte, aber die für ein Gespräch, für Zuneigung nicht sonderlich geeignet waren. Mir blieb tagsüber die Uni und die Arbeit, abends das Trinken, morgens der Katzenjammer und die Pillen, die mich halbwegs funktionieren ließen. Und es blieb Thomas, mein einziger Halt in dieser Phase meines Lebens, der Halt, von dem ich mir nicht vorstellen konnte, dass auch er einmal wegbrechen könnte, selbstverschuldet wegbrechen konnte, weil er miene Eskapaden mit der Trinkerie nicht mehr aushalten konnte. Es sollte so weit kommne, dass er ging, dass er es nicht mehr mit ansehen konnte was ich aus meinem Leben machte.
Das Drama meines bisherigen Lebens erreichte seinen Höhepunkt mit dem Tod meiner Mutter, der recht schnell und für mich völlig unerwartet kam, nach 6 Wochen Krankheit verstarb meine Mutter einen Tag nachdem ich aus dem letzten Urlaub mit Thomas gekommen war, aus Rhodos.
Meine Mutter war plötzlich an Blutkrebs erkrankt, eine Chemotherapie half nichts, sie zog zu ihrer Mutter, die sie besser versorgen konnte als ich. Ihr letzter Liebesdienst war, mir zu sagen, sie würde wieder gesund, sie wollte mir den lange geplanten Urlaub mit Thomas nicht verderben, aber als ich nach Hause kam, da lag sie schon im Streben, die Stoffwechselprodukte des Krebs hatten ihr Gehirn angegriffen, sie lag im Koma und konnte nicht mehr hören, nicht mehr verstehen was ich ihr sagte als ich am ihrem Bett saß. Sie hatte auf mich gewartet in ihrem Todeskampf, sie starb eine halbe Stunde nachdem ich sie am nächsten Tag im Krankenhaus besuchte, sie starb still in meinen Armen, und das erste, was mir durch den Kopf schoß war:
Nun bin ich ganz alleine.
To be continued in part 28 soon
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My gay life´s diary ...Part 26
Ich war traurig, dass der Urlaub nun zu Ende war, dass es wieder nach Hause gehen sollte, wo mich wieder mein Alltag erwartete, meine Mutter, die im Krankenhaus war, mein Heim, das eigentlich gar keines war, weil ich mich da alleine nicht wohl fühlte, nur in den Stunden, in denen Thomas bei mir war. Ich hatte ein schönes Zimmer, mit hellen Kiefermöbeln, wie sie einst mein Karsten hatte, einem schönen Fernseher und einer tollen Stereoanlage, und es war wie es eigentlich immer in meinem bisherigen Leben war, ich hatte alles was ich brauchte, sogar mehr, aber ich war nicht zufrieden, denn ich hatte nicht das, was ich mir so sehnlichst wünschte, nämlich einen richtigen, “schwulen Freund”, mit dem ich auch Intimität genießen konnte. Mir fehlte Nähe und Erfüllung. Die versuche ich zu erlangen, indem ich mich immer öfter einem anderen, falschen Freund hingab, indem ich das Tor, das schon offen stand, immer weiter öffnete, ich trank abends Bier, viel Bier, da konnte ich entspannen, mich meinen Träumen hingeben und spürte einmal weniger die innere Einsamkeit, die Sehnsucht.
Ich trank auch in Discos sehr viel, und wenn Thomas dann gegangen war, lernte ich ab und an andere junge Männer kenne, mit denen ich weiter trank, und es kam auch zu Kontakten, für die ich mich am nächsten Morgen schämte, schämte vor mir und vor Thomas, dem ich eigentlich treu sein wollte, aber musste ich das denn, wir hatten ja eine normale Freundschaft, keine Beziehung, wie ich sie mir gewünscht hatte. Ich weiß nicht, ob er jemals mitbekommen hat, was ich so trieb, sicher, es war ihm aufgefallen, dass ich sehr viel trank, aber was so mkt miener Sexualität los war, ob er das von anderen erfahren hat, das weiß ich nicht, wir sprachen nie über das Thema, und ich weiß bis heute nicht, was mit seiner Sexualität los war, ich habe auch nie bei ihm mitbekommen, dass er eine Freundin hatte, er war eigentlich jeden tag bei mir, wie hätte er da nochn Zeit für eine Freundin haben sollen, wir waren zusammen in Urlaub, er war nie alleine unterwegs. Eigentlich, wenn man sich das mal alles so vortsellt, war ess eine recht seltsame Freundschaft über acht lange Jahre hinweg, den alles, was die Freundschaft belasten konnte, das wurde einfach ausgeblendet, nicht darüber geredet, vertuscht. Man kann sagen, was nicht sein durfte, wie etwa homosexuelle Lust, das wurde unter den Teppich gekehrt, wie so vieles Unangenehme in meinem Leben. Und mit Alkohol wurde das Verlangen betäubt, sich zu öffnen, so zu sein wie man eben war. Dies war die oberste Direktive in meinem Leben, ich war so groß geworden, anscheinend meine Eltern schon. Es wurde immer auf den Eindruck geachtet, den man bei Anderen machte, nie auf die eigenen Bedürfnisse oder die Nöte, die Sehnsüchte die man verspürte.
Meine Mutter kam bald aus dem Krankenhaus nach Hause, aber seit diesem Aufenthalt war sie kränklich, war nei mehr die Selbe, die sie einmal war, verrichtete zwar ihre Arbeit, aber sie hatte sich von ihrem Partner getrennt, eine tatsache die mir persönlich zwar mehr Ruhe und Frieden schaffte, aber letztlich das Zusammenleben auch nicht grundlegend vereinfachte. Wir hatten ständig Streit, etwa wenn ich betrunken nach Haus e kam, oder wenn ich mal einen meiner Sauf-und Sexkumpane mit nach Hause brachte. Es kam ständig zu Auseinandersetzungen, in deren Verkauf meine Mutter mich als “schwule Sau”, geboren am 17.5. und so weiter beschimpfte.
Gegen Thomas hatte sie nie etwas, sie war im Gegenteil froh dass er bei und ein und aus ging, aber gegen meine Sexualität hatte sie etwas, besonders dagegen das ich sie bedingt auslebte, aber was sollte ich machen, auf Sex komplett verzichten, bekam ich doch schon das, was ich mir am meisten wünschte, nämlich Sex mit wirklicher Liebe, nicht.
In Wiesbaden ging dann die Schule los, und nachdem ich es geschafft hatte, die Klasse zu wechseln, in die man mich gesteckt hatte, nämlich in die Parallelklasse von Thomas, hin in seine Klasse, waren wir wieder zusammen, und wir waren wieder das unzertrennliche Paar, eine Tatsache die alle respektierten und wir wurden auch nie gefragt, ob wir schwul seien, es war eben einfach so, wir gehörten zusammen und keiner machet den Versuch, uns zu trennen. Wir nahmen an allen Veranstaltungen zusammen teil, gingen zu allen Partys zusammen, trafen und fast jeden Tag nach der Schule und erlebten alles gemeinsam, nur eben das Eine nicht.
Auch in dieser Schule, einem Wirtschaftsgymnasium hatte ich nicht die geringsten Schwierigkeiten dem Stoff zu folgen, ich schrieb fast nur 14 oder 15 Punkte, belegte Leistungskurse, lediglich das alte Thema Mathematik kam wieder auf, aber ansonsten hatte ich nicht die geringsten Probleme, obwohlich nie lernte oder gar Hausaufgaben machte. Es war nicht nötig. Allerdings sammelte ich gehörige Fehlzeiten an, wenn ich morgens mal wieder nicht aus dem Bett kam, weil ich des Nachte gefeiert hatte, weil ich in meiner Heimatstadt wieder einmal auf Aufriss war. Meine Mutter rief dann morgens Thomas an, ich sei krank und könne ihn nicht abholen zur Schule, das hat mich immer sehr belastet, dass er alleine mit dem Bus fahren musste, und alleine in der Schule zurecht kommen musste, denn er war zwar nicht gerade schlecht, aber doch auf meine Hilfe in mehreren Bereichen angewiesen.
Ich fühlte mich an diesen Morgen meist wie ein Schwein.
To be continued in part 27
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My gay life´s diary ...Part 25
Und wir kamen an, in der Stadt unserer Träume, nach einer längeren Fahrt durch die Schweiz, vorbei an unzähligen Möbel und Antiquitätengeschäften, die dort wie Pilze aus dem Boden schossen. Vor fast jedem haus stand ein Schild Antiques, unglaublich, mir unerklärlich, so seltsam unmutend, dass ich es bis heute nicht vergessen habe. Vevey ist eine kleine Stadt, liegt direkt am Genfer See, sehr idyllisch, mit vielen Bäumen, einigen Bars und Kneipen, Restaurants am Ufer und natürlich auch Supermärkten und Geschäften, und mehreren Campingplätzen, auf einem derer sollten wir adnn die nächsten zwei Wochen verbringen. Ich mochte gar nicht daran denken, wie es am Ende des Urlaubs sein sollte, wenn es wieder nach Hause ging, wieder zurück nach Deutschland, zurück in die Schule.
..ach ja, Schule...wir beide, Thomas und ich, hatten vor dem Urlaub unsere Mittlere Reife gemacht, beide ohne Probleme, sogar ich, denn in der Handelschuel war ich gut, arbeitete mit, war der Beste in der Klasse, und es hat mir viel Spass gemacht neue Dinge zu lernen, mit Thomas zusammen, ich hatte mich nicht verweigert wie im Gymnasium. Vielleicht lag das an der tatsache, dass ich nicht alleine war, ich denke schon. Mittlerweile hatte ich auch ein neues Auto, einennbrandneuen Ford Escort XR 3i, recht schnell, recht ansehnlich und vor allem, es war Unser Auto, das uns hinbrachte wo wir wolletn, in die Disco Freitags und Samstags, in die Schule an den Wochentagen und nun auch nach Vevey, in den URLAUB, zwei Wochen Ruhe und Frieden, Gemeinsamkeit und Spass. Ich war glücklich, glücklich ihn zwei Wochen nur für mich zu haben, mit ihm zusammen erleben zu können, wie schön die Welt doch ist, wenn man sich nicht vorv Einsamkeit zerreißt.
Das Auto war vollgestopft mit dem Zelt, dem riesigen Packsack für das Gestänge dazu, Schlafsäcken und Kühltruhen, mit einem Tisch und zwei Campingstühlen, denn ich hatte alles besorgt das man bei eienm Campingurlaub gebrauchen konnte, ich hatte nichts vergessen, denn mir lag sehr viel daran dass er sich wohl fühlte, dass es ihm an nichts fehlte, es sollte es schöner Urlaub werden.
Der Campingplatz den wir uns ausgesucht hatten lag direkt am See, am Ufer mit kleinen Kiselsteinen, kein sand, aber das kann man auch an einem Binnensee nicht verlangen, ich fand es schöm, und er auch, das war das Wichtigste. Und grün war es, schöne Wiesen, auf der auchviele Bäume standen, die uns und unsrerem zeitweiligen Zuhause Schatten spenden sollte, denn die Sonne meinte es gut mit uns, wir hatten die ganzen beiden Wochen nicht einen Tag Regen, sie schien unablässig, und es war heiß, richtig heiß, genau nach unsrem Geschmack.
Unser Zelt war relativ schnell aufgebaut, mit Innenzelt und der großen Luftmatratze auch recht gemütlich, und mit den Stühlen und dem campingtisch davor konnte man meinen, wir beide seien passionierte Camper, wir verstärkten diesen Eindruck noch indem wir unseren kleinen Kugelgrill vor dem Zelt aufstellten.
Am Genfer See wird Französisch gesprochen, kaum Deutsch oder Englisch, und zum Glück konnte ich diese Sprache einigermaßen, da hatte die Plage im Gymnasium doch noch zu etwas Gutem gereicht. Und Gymnasium, ja, da sollte es nach dem Urlaub weiter gehen, denn wir beide hatten uns in einem Gymnasium in Wiesbaden angemeldet, nach längerer Diskussion mit Thomas, denn er hatte nicht so recht Lust darauf, ich wollte aber auf jeden Fall Abitur machen, um dann zu studieren, er weniger, aber ich habe ihn überredet, denn ich hatte keine Lust, alleine auf eine fremde Schule zu gehen, und vor allem, ich ahtte ihn in den vergangenen beiden Jahren so lieb gewonnen, dass ich mir ein Leben ohne ihn gar nicht mehr vorstellen mochte. Ich freute mich auf die nun kommneden drei Jahre in Wiesbaden. Meine Mutter hatte auch zugestimmt, die Schule war recht teuer, da es eine Privatschule war, aber auch meiner Familie lag daran dass ich studieren konnte.
So war der Urlaub gesichert, die Zeit danach, volle drei Jahre, in denen ich mit Thomas zusammen sein sollte, wenn nichts dazwischen kam, und es sah so aus, als wenn alles gut ging.
Der erste gemeinsame Urlaub mit meinen “Freund” wurde wirklich so, wie ich ihn mir vorgestellt hatte, oder sagen wir einmal , er wurde fast so, wie ich ihn mir vorgestellt hatte, denn trotz der Tatsache, dass wir zwei Wochen eng zusammen lebten, die Erfüllung sollte auch jetzt nicht kommen, nicht das Letzte, das ich mir erträumt hatte, aber wie auch die vergangenenn beiden Jahre war ich dennoch glücklich, denn ich hatte ihn in meiner Nähe, konnte ihn sehen und mit ihm reden, und das war schon eine ganze Menge, verglichen mit der Einsamkeit,die ich sonst auch spürte, wenn ich eine ganze Menge Leute um mich herum hatte, aber sonst eben niemeanden den ich liebte. Ich fühlte mich wohl in seiner Gesellschaft, fühlte mich geborgen, irgendwie sicher, und das war das Gefühl, das ich oft so schmerzlich vermisst hatte. Wir unternahmen viel, gingen abends weg, in eine Kneipe, wo wir Fußball sahen, ein paar Bier tranken und uns unterhielten.
Tja, und da war ein Thema, das mich belastete, der Fußball. Oder besser gesagt, das was darum herum war. Es war das Duschen nach dem Fussball, den er in seinem Verein spielte, ich hatte das Problem dass ich eifersüchtig auf die Kameraden war, mit denen er duschen ging nach dem Training, die ihn nackt sehen konnten, was ich bisher nicht geschafft hatte. Das sollte sich ein Mal ergeben, hier im Urlaub, aber dann nie mehr, nie mehr in den kommenden Jahren, in denen wir uns zwar nahe waren, sehr nahe, aber nie so nahe dass wir uns nackt sahen. Das eine Mal, dass das passierte war am Anfang des Urlaubs, als wir vom Schwimmen kamen, wir zogen uns im Zelt um, und ich konnte das sehen, wonsch ich so Sehnsucht hatte, seinen nackten, perfekten Körper. Gut, seinen Oberkörper hatte ich oft gesehen, beim Surfen, beim Schwimmen in unsrem Schwimmbad zu Hause, aber eben nie ohne Hose, und ich hatte Lust ihn zu sehen, ihn zu fühlen, aber es sollte immer ein Traum bleiben. Ich genoss seinen Anblick, Sekunden nur, aber genug, um es nie zu vergessen. Er war nicht sonderlich stark gebaut da, aber für mich war er wunderschön, er und “Er”. Sein Teil eben.
Der Urlaub sollte dann zu Ende gehen, nach zwei Wochen mussten wir wieder nach Hause fahren, und ich rief meine Mutter an, um ihr zu sagen dass wir kämen, sie war im Krankenhaus, eine Herzschwäche, und ich wollte sie besuchen.
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My gay life´s diary ...Part 24
Da fiel mir Asterix ein, genauer gesagt Asterix bei den Schweizern, der Genfer See, und da war es, die Idee, die sich aus einem Comic entwickelt hat...ich wollte an den Genfer See, in die Schweiz, die zwar teuer, aber sauber war, und dies auch heute noch ist. Ich machte Thomas, denn so hieß mein damaliger bester Freund, den Vorschlag, doch in die Schweiz zu fahren, und wohl aus dem Grund, dass es da sauber sei, und schön obendrein, ließ er sich auf diesen Vorschlag auch nach kurzer Diskussion ein. Also Plan geändert, neue Karte, neues Glück. Genfer See, Schweiz, da müssen wir wieder über die Alpen, das schaffen wir heute wohl nicht mehr, denn ich war hundemüde, hörte schon Polizeisirenen, aber das war nur meine Einbildung. Wir wählten den Berpass Großer Sankt Bernhard, der auf der Italienischen Seite bei Aosta beginnt und im Wallis in der Schweiz endet, in der Nähe von...da isses nun...Martigny.
Also umgedreht, die Autobahn wieder rauf, Richtung Aosta. Maut bezahlt, noch mal getankt, und auf geht´s über den pass ins gelobte Land, die Schweiz. Die Fahrt verlief gut, auch wenn ich hundemüde war und mir die Serpentinenreiche Bergstrecke alles abverlangte, wir erreichten Martigny am späten Abend. Wir suchten uns ein Hotel, extrem teuer, wie es mir damals erschien, viel zu teuer für diesen kleinen, recht kühlen Ort, aber Hauptsache erst mal schlafen.
Wir tranken noch ein paar Bier, ich glaube es waren drei Stück für jeden, und dann legten wir uns in unsere Betten, im gleichen Zimmer zwar aber getrennt. Ich schaute ihn wieder so lange an und hörte auf seinen Atem, bis auch ich eingeschlafen war. Am Morgen dann ein kurzes sexuelles Erlebnis, ich sah seine Morgenlatte durch seien Schlafanzug, als er vom Bett ins Bad ging, etwas von dem ich mir gewünscht habe, ich hätte es ausgelöst oder könnte gar der Nutznießer dieser Erregung sein. Aber es war nur der übliche Grund, und außer einem kurzen Blick hatte ich nichts von dieser Pracht, die auch bedauerlicherweise durch den Stoff verdeckt war, mich aber fast bis an den Rand des Wahnsinns brachte.
Das war unsere Nacht in Martigny, unser Morgen, von dem ich gerne noch mehr gesehen hätte, mehr von ihm vor allen Dingen...und wir zogen nun weiter Richtung Genfer See, ein genaues Ziel war nicht geplant, und ich hatte die erste Nacht im Urlaub hinter mir, und den ersten Morgen, an dem ich mein Ziel gesehen, aber nicht erreicht hatte...ich sollte meiner Sehnsucht nach gemeinsamer Erregung nie näher kommen...
Wir treffen uns wieder in VEVEY am Genfer See...
To be continued in Part 25 soon
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My gay life´s diary ...Part 23
Nach 14 Tagen Urlaub in Tunesien fuhr ich wieder heim, zu meinem geliebten Freund, den ich in meiner Vorstellung betrogen hatte, obwohl ich genau wusste, dass wir gar nicht zusammen waren. Eine verhängnisvolle Erfahrung hatte ich in Tunesien gemacht, ich hatte gelernt, dass Sehnsucht und Einsamkeit leichter zu ertragen sind, wenn ich unter Alkohol stehe, mich betäube. Und von allem, von Enttäuschung und Sehnsucht hatte ich ja eine ganze Menge, und Alkohol gab es ja auch genug. Es schien mir damals so einfach, ich war mir der Gefährlichkeit meines Handelns nicht bewusst. Es half, und das war damals wichtig...
Thoms und ich blieben in der Schule die besten Freunde, wir machten alles zusammen, man sah uns nie einzeln, nur im Doppelpack. Auch nach der Schule haben wir uns nicht getrennt, wir fuhren entweder zu ihm oder zu mir, meistens zu mir, weil wir da mehr Platz hatten, wir gingen in unserem Pool schwimmen, besuchten gemeinsam Diskotheken, shaen fern, liehen uns Videos aus, ab und an auch mal einen Porno, aber wir sahen uns noch nicht einmal nackt, wirv redeten nur ab und an mal über Sex, aber es kam nie zu irgendwelchen Kontakten dieser Art, obwohl ich so Lust auf ihn hatte, ihn so gerne gespürt hätte. Es war das gleiche Verlangen, das ich schon für Karsten empfunden hatte, aber es wurde noch weniger gestillt.
Eines Tages beschlossen wir im Sommer gemeinsam in Urlaub zu fahren, wir kauften uns ein schönes Zelt, denn es sollte ein Campingurlaub werden, sein erster Urlaub ohne Eltern, mein zweiter, nach dem Tunesiendesaster. Wir wollten nach Italien, und was dann daraus wurde, das berichte ich jetzt.
Nun ist es soweit, ich werde von unserem ersten gemeinsamen Urlaub berichten, der uns eigentlich in die Gegend von Genua führen sollte, letztendlich aber in Vevey am Genfer See stattfand.
Wir hatten also geplant, zusammen in einen Campingurlaub zu fahren, mit meinem neuen Auto, einem Ford Escort XR3i, zum Glück einem Fleißheck, was uns die Unterbringung des großen Campingzeltes, welches ich gekauft hatte, erheblich erleichterte. In eime normalen Kofferraum wäre da nicht genug Platz gewesen, denn es war ein großes Zelt, ein Steilwandzelt für 4 Personen. Das sollte unsere Behausung für die nächsten zwei Wochen werden.
Damals war es noch wichtig, Tank-und Autobahngutscheine von Italien zu kaufen, konnte man da doch einige Mark sparen, wenn man sich diese vor Beginn der Reise kauft. Und wir erledigten bei diesem Einkauf auch gleich die Routenplanung, bei der der ADAC uns wertvolle Hilfe leistete. Wir waren beide noch jung, und so fehlte uns die Erfahrung, eine solche Reise ganz allein planen zu können. Ich kaufte am selben Tag auch ein kleines Zelt, da eigentlich geplant war, auf einem Campingplatz an der Strecke Station zu machen. Ein genaues Ziel war nicht geplant, wir wollten sehen wo es uns gefällt und dann dort unser Zelt auf einem Campingplatz aufschlagen. Ich ferute mich wahnsinnig auf diesen Urlaub, den ersten Urlaub mit meinem Freund, und ich hegte die Hoffnung, dass wir uns dabei näher kommen könnten, eine Hoffnung, die sich im ganzen vorangegangenen Jahr nicht erfüllt hatte und die sich auch diesmal nicht erfüllen sollte, aber ich hegte sie dennoch.
Am Abreisetag kam er am frühen Abend zu mir, wir beluden das Auto, meine Mutter hatte uns Verpflegung bereitet, auch ein Abendessen, welches wir in Vorfreude einnahmen bevor wir ins Bett gingen, ich in mein Bett, er auf die mitgebrachte Luftmatratze in meinem Zimmer. Immerhin etwas, er war bei mir, konnte nur besser werden dachte ich, es lagen ja noch 14 gemeinsame Nächte vor uns. In der Nacht hörte ich sein Atmen, sah im Halbdunkel sein Gesicht und war voller Freude über die Dinge, die ich mir erträumte. Es sollte wie gesagt beim Träumen bleiben. Acht Jahre lang, nicht nur 14 Tage, aber das wusste ich damals noch nicht, verdrängte wohl auch jede Vorahnung, niemals ans Ziel zu kommen.
Mitten in der Nacht fuhren wir dann los, er hatte noch keinen Führerschein, also bleib die gesamte Strecke an mir hängen, aber das machte nichts, ich dachte ich sei ein guter Fahrer, sicher und geübt. Mein vater war an den Folgen eines unverschuldeten Verkehrsunfalls gestorben, ein Umstand, welcher mich immer zu vorsichtigem Fahren geleitete, wollte ich dieses Leid, das mein Vater in 9 Monaten Krankenhaus ertragen hatte, weder mir selbst noch einem Anderen antun.
Wider Erwarten gab es kaum einen Stau auf der Autobahn Richtung Schweiz, trotz der Sommerferien, bestimmt wollten noch andere an die Riviera, wir waren aller Voraussicht nach nicht die einzigen, die ein paar Tage an der Sonenküste Italiens verbringen wollten.
Unsere Reise führte uns durch den Gotthard Tunnel, von dem ich im Vorfeld unserer Reise gehört hatte, dass sich dort des Öfteren Unfälle ereignen, und mache Menschen regelrecht durchdrehten, was man den Strahle aus der Erde zu schrieb, besonders gefährlich sollte es in der Mitte des 17 Kilometer langen Tunnels sein. Wir jedoch schafften diese Hürde, keiner drehte durch, alles lief bestens. Und wir kamen wie geplant am frühen Morgen an der Grenze zu Italien an, passierten diese und entrichteten zum ersten Mal die obligatorische Maut, für die wir ja Gutscheine hatten. Ebenso wie für das Tanken. An einer Raststätte machten wir Halt, waren unsere Getränke mittlerweile aufgebraucht und auch die Verpflegung gegessen, also hielten wir kurz hinter der Grenze an um uns etwas zum Trinken und Essen zu besorgen, namentlich zwei belegte Baguette und 2 Flaschen Mineralwasser. Ein einschneidendes Erlebnis war es, als ein in der Nähe geparkter Fiat plötzlich mit quitschenden Reifen losfuhr und dann ein Blaulicht auf das dach stellte, wir witzelten es könnten Mafia-Jäger sein, vielleicht gar nicht so abwegig unsere Gedanken, waren wir doch in Italien, dem Land der Mafia und unserer Urlaubsträume...
Da waren wir nun, in Italien, dem Land von Sonne, Amore und der Mafia, aber letzteres brauchten wir nicht, Sonne und Liebe schon, letzteres aber offenkundig nur einer von uns beiden, nämlich ich. Das war meine wahre Sehnsucht, der Traum, in seinen Armen zu liegen und seine weiche, warme Haut zu spüren.
Wir fuhren Richtung Genua, und nachdem wir nun doch, wider Erwarten auf der italienischen Seite, in einem Mega-Stau viel Zeit verloren hatten, erreichten wir die quirlige Stadt im unteren Norden Italiens. Besonders schön kam uns diese Stadt nicht vor, aber sie lag malerisch am Meer, es war etwas los in der Stadt, das Leben pulsierte, und mit dem Leben auch der Verkehr, den ich nun in dieser Art und Ausprägung gar nicht gewohnt war. Es war nicht meine erste Reise durch Italien, aber die erste Reise bei der ich selbst am Steuer saß, und mich den Verhältnissen nachgebend enorm konzentrieren musste.
So war ich schrecklich müde, denn es war schon später Nachmittag, als wir durch die kleinen Straßen der Stadt führen, auf der Suche nach einem Weg zu den Campingplätzen, die ja unser Ziel waren. Und die sollten unsrere Enttäuschung werden...der Eine dreckig, der Andere belegt, zu weit vom Strand...und, und, und..was tun, fragten wir uns...
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