nightmare in Waiblingen
Trockenste Stelle der Servicewüste entdeckt: Schlecker in Waiblingen-Hohenacker
Bei meinen Bemühungen meine Anti-Falten-Creme selbst in einem Einkäuferunfreundlichen Umfeld wie Waiblingen erstehen zu können ist es mir gelungen, die wohl trockenste Stelle der Servicewüste Deutschland zu finden, ausgerechnet da wo ich meine dringend benötigte Creme zu erstehen wünschte, nämlich im Schlecker Markt in Neustadt-Hohenacker bei Waiblingen. Ich bevorzuge tatsächlich die Hausmarke von Schlecker, sie ist günstig und wirklich von guter Qualität, allerdings hat sie mir heute die Sorgenfalten auf meiner Stirn nicht geglättet sondern verstärkt.
Beim Betreten des Geschäfts, übrigens nett eingerichtet, noch freundlich begrüßt, wandelte sich der positive erste Eindruck allerdings ganz extrem als ich feststellte, wieder einmal als Störung in einem Ladengeschäft, dessen Sinn es für den Unternehmer ist, Waren an den Mann oder die Frau zu bringen, angesehen zu werden. Vielleicht kam ich auch gerade zur Unzeit, als die Verkäuferin oder wie man die Dame nennen möchte, mit extrem wichtigen Nachforschungen bezüglich eines Wimperntuschedingens beschäftigt war. In diesem Geschäft muss man eben wissen, was man möchte, und am besten ja niemanden fragen, es sei denn man steht darauf mit dem Bösen Blick belegt zu werden. Es sei denn auch man hat Glück und erwischt die freundliche Dame die den noch gut gelaunten Kunden am Eingang begrüßt.
Beim Durchschreiten der Gänge fand ich meine Creme, allerdings in zwei Ablagen, jeweils mit einem andern Preis ausgezeichnet. Die Wimperntuschebetrachterin stand in der Nähe, sichtbar mit einem sauberen Schlecker-Kittel bekleidet, was mich zu der fälschlichen Annahme verleitete, sie sei für den Kunden da, aber sie belehrte mich schnell eines Besseren, als sie sich während meiner Frage, ob sie mir kurz helfen könne, wieder ihrer Wimperntusche zuwandte. Muss wirklich extrem wichtig gewesen sein, die Tusche, vielleicht genau so extrem wichtig wie die Dame extrem unwillig war sich die fünf Schritte in meine Richtung zu bewegen, um mir bei der Findung des richtigen Produkts oder besser bei der Findung des richtigen Preises zu helfen.
Auch auf meine zweite Anfrage, ob sie mir kurz helfen könne, ich hätte da ein Problem mit dem am Regal angebrachten Preis, bewegte sie nur die strafend blickenden Augen wieder zum Wimperntusche-Regal, nicht aber ihren Körper zum Kunden. Gerne hätte ich das Regal zu ihr getragen, aber in meinem fortgeschrittenen Alter.....
Ohne Regal bin ich dann zu ihr gegangen, wissend dass in deutschen Geschäften oft der Berg zum Propheten kommt, vor allem wenn sich der Prophet gerne mit Wimperntusche schmückt, um sie dann doch noch zu einer Aussage bezüglich des Preises zu bewegen. Hier kam ich dann der Sache auf den Grund, sie war nicht nur unwillig ob meiner Probleme, sondern anscheinend auch nicht so sonderlich der deutschen Sprache mächtig, oder gar des Lesens, oder sie hatte Wimperntusche im Auge, jedenfalls bekam ich keine Information von ihr. Ich überließ die Dame im Schlecker-Kostüm ( muss wohl eine Verkleidung gewesen sein, ansonsten eine Schande für Schlecker, vielleicht war es Comedy Street ) wieder ihrer extrem wichtigen Wimperntuscheforschung, erstand verärgert die Wimp--äh nein, die Anti-Faltencreme, die ich jetzt nötiger hatte denn je, egal zu welchem Preis, ( darum macht Schlecker wohl so gute Geschäfte, selbst mit solchem Personal ), ich kam allerdings nicht umhin, der Dame an der Kasse zu empfehlen, ihre Kollegin ja nicht zu stören, denn sie könne sich nicht bewegen oder gar einen Kunden beraten.
Trocken ist es in der Service-Wüste Deutschland, den wohl trockensten Platz habe ich bei Schlecker in Neustadt-Hohenacker gefunden. Aber keine Angst, ich komm noch viel rum...
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Hygieneschulung in Waiblingen: Trotz EHEC eine Lachnummer
Wieder einmal muss ich mich als Querulant betätigen, wieder einmal von unglaublichen Dingen in meiner nicht selbst gewählten Heimat Waiblingen berichten. Es geht nicht anders, ich muss nörgeln, denn hier spielen sich Dinge ab, die man mit dem normalen Menschenverstand einfach nicht fassen kann.
Da überschlagen sich gerade die Berichte über EHEC, zwei Tausend Erkrankte, mehr als zwanzig Tote, viele Erkrankte brauchen ein Spenderorgan oder lebenslange Dialyse um zu überleben. Da sucht man wochenlang nach dem Auslöser, wohl verunreinigte Lebensmittel. Verunreinigte Lebensmittel, Darmbakterien, woher kommen die wohl? Vielleicht durch mangelnde Hygiene bei der Produktion oder bei der Verarbeitung? Oder waren es doch die Taliban?
Jedenfalls sollte man denken, dass die Personen, die mit der Herstellung und der Zubereitung von Lebensmitteln in der Hygiene geschult sind, oder zumindest belehrt in den mindesten Anforderungen der Hygiene. Nun ja, sollten und müssten sie auch, meint das Gesundheitsamt, zuständig auch in meiner Heimatgemeinde. Zuständig sein heißt aber in Waiblingen eben nur zuständig sein, noch lange nicht aber auch dazu in der Lage zu sein, oder Willens. Es ist wieder einmal eine Lachnummer, die sich hier abspielt, nämlich die Hygieneschulung/Hygienebelehrung, die ja wohl veranstaltet wird um solche Malässen wie EHEC auszuschließen oder zumindest selten zu machen.
Nun wollte es das Schicksal, dass ich letzten Donnerstag an eine solchen Hygienebelehrung teilnehmen sollte. Habe ich auch getan, und wenn ich noch über Haare verfügte, so würden sie mir wohl zu Berge gestanden haben ob der Dinge, die ich dort, im wohl schmuddeligsten Raum in Waiblingen erleben durfte. Im alten Gesundheitsamt. Ich komme nicht umhin, kurz zu berichten:
Mal abgesehen davon, dass der Herr Dozent es nicht fertig brachte, die Technik zum Laufen zu bringen, namentlich sein Laptop und den Beamer, na ja, egal, das kann passieren, es gab ja noch den guten, alten Overhead-Projektor, und Folien waren auch da, kein Problem. Ein Problem hatte der Herr wohl aber damit, dass er seit Jahren auch als Biertester unterwegs war, und der der letze Kneipentest wohl schon ein paar Stunden zurücklag, was seinen Spiegel gefährlich ins Absinken brachte. HM, er hat es dennoch ganz gut auf die Reihe bekommen, man konnte verstehen was er meinte. Allerdings nicht alle Anwesenden, denn:
a) Viele schien es nicht zu interessieren, was die malerische Geräuschkulisse in sämtlichen Sprachen des vorderen und mittleren Orients erklärte
b) Viele konnte es nicht interessieren, weil sie der deutschen Sprache gar nicht mächtig waren, was sich oft genug herausstellte als es daran ging, den Fragebogen bezüglich Adresse auszufüllen, auch der mitgebrachte Sohn oder die Tochter konnten da nicht sonderlich behilflich sein, da ebenfalls nicht der Landes-und Vortragssprache mächtig.
Worum ging es denn da eigentlich, um Gesundheit, um Hygiene in der Küche, um die Gesundheit der Gäste eines Restaurants....hm, wer den Vortrag nicht versteht, ist der dann belehrt, ist der dann geschult? Na ja, in Waiblingen anscheinend schon, denn es war ja auch ein buntes Bildchen dabei, und außerdem bekam jeder einen Ausdruck, vielleicht kann ja doch einer in der Familie etwas Deutsch, oder auch nicht...
Da wendet sich nicht nur der Gast mit Grausen, sondern auch der, der für solche Dinge verantwortlich ist, gerade in Zeiten von EHEC und anderen schönen Dingen, die noch auf uns warten...oder interessiert das keinen, der Verantwortung trägt?
Hauptsache Gebühr kassiert!
HYGIENESCHULUNG WAIBLINGEN: FAIL!!!
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Zu Fuß in Waiblingen...sorry liebe Radler!
Ganz geknickt bitte ich um Verzeihung bei allen Radlern, die ich heute, am Pfingstsonntag durch meine Anwesenheit als Fußgänger bei ihrem Vergnügen in der malerischen Kreisstadt Waiblingen in Bedrängnis gebracht habe. Wie konnte ich auch so vermessen sein mich sonntags auf dem Bürgersteig herum zu treiben, auch noch am hellichten Tage, wohl wissend, dass man als Fußgänger Freiwild ist und sich höchstens des Nachts, und auch dann nur bei Glatteis, in Waiblingen auf die Strasse trauen kann. Ich bitte meinen Irrtum betreffs Tages- und Jahreszeit zu entschuldigen, ich bin noch immer nicht ganz genesen von der mittleren Gehirnerschütterung von vor zwei Wochen, als ich von einem Kollegen Didi Thuraus auf dem Fußgängerüberweg hinterrücks angefahren wurde als ich mich widerrechtlich als Fußgänger auf dem Fußgängerüberweg herumtrieb ohne die im Verkehr erforderliche Umsicht walten zu lassen. Mit meinen weit am Hinterkopf angebrachten Augen hätte ich es doch weit einfacher gehabt den sich von hinten nähernden Rennradfahrer zu bemerken als er selbst, der ja stieren Blickes auf seinen Tacho schauen musste um ja nicht unter die Mindestgeschwindigkeit zu kommen, mit der sich ein Unfall mit einem Fußgänger auch richtig lohnt. Ich wollte und habe es dennoch geschafft ihn nicht um die Freude zu bringen, mich zu Boden zu fahren und ihm dann hinterhersehen zu dürfen. Auch ja, bei dieser Gelegenheit, wenn der Herr Fußgängerüberweg-Weltmeister dies liest möge er sich bei mir melden, es plagt mein Gewissen sehr ihm die eventuell an seinem Rennrad entstandenen Schäden bei der Kollision mit meinem unwürdigen Fußgängerkörper nicht ersetzen zu dürfen. Falls der Herr Radler Schwierigkeiten hat sich an mich zu erinnern, ich bin der mit der Blutgruppe O, einfach mal das Schutzblech untersuchen lassen.
Und heute war ich schon wieder so vermessen mich in die Innenstadt zu trauen, und wieder habe ich die Radfahrer auf dem Bürgersteig belästigt, eben aber nur darum, weil ich noch nicht so ganz fit bin, auch wegen der Wunde an meiner Wade, nun ja, jedenfalls habe ich es nicht schnell genug geschafft der Gruppe behelmter, buntgekleideter Mountainbikefahrer auszuweichen, wäre ich gesund gewesen, hätte ich sicher den Bürgersteig durch einen schnellen Sprung auf die Hauptverkehrsstrasse frei gemacht, ich habe ja nun auch nette Freunde im Krankenhaus, die einem Fußgänger dort immer einen Extraeisbecher am Sonntag spendieren. Alleine schon deshalb.
Wirklich leid tut es mir auch dass ich nicht über das Geländer der Remsbrücke gesprungen bin, als eine Dame an mir vorüberpreschte, ich habe sie nicht gesehen, da ich mich noch berappelte weil ihr vorausfahrender Göttergatte mich flundergleich ans Geländer gepresst hatte. er war unschuldig, im Recht, denn denn ich bin viel zu dick um neben einem Ochsen auf dem Fahrrad auch noch Platz zu finden auf dem Bürgersteig. Ich werde das Essen einstellen um in Zukunft kein so großes Hindernis mehr darzustellen.
Liebe Radfahrer, es gibt doch so schöne Zusatzgeräte, bekannt aus den Filmen Ben Hur und ähnlichen, so drehende Säbel oder gebogene Sicheln, wenn sich das der Erste der Radlergruppe in der Fußgängerzone an das Vorderrad montiert räumen sie bestimmt alle im Wege stehenden Fußgänger zur Seite und ins Krankenhaus zum Eisessen. Am besten dann Schokoeis, das gleicht den Blutverlust am Besten aus.
Meine Damen und Herren Zweiradfahrer, denkt Ihr ab und an mal daran, wie Ihr Euch auf der Strasse fühlt, wenn ein Porschefahrer an Euch vorbeibraust, ohne Rücksicht? Ohne Sicherheitsabstand?
Wenn alle ein bischen Rücksicht aufeinander nehmen, ist genügend PLatz für alle da, und Eis können wir dann meinethalben zusammen in der Eisdiele essen, nicht der Schwächste im Krankenhaus.
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Wie in der DDR..oder: Die Micro-Sim Karte
Es war eine Odyssee, die ich am Mittwoch erleben durfte.
Ich war zwar nicht 10 Jahre unterwegs, um meinen Traum zu erfüllen, aber immerhin einen ganzen Nachmittag, in mehreren Städten und Gemeinden. Und gemein war es.
Ich hatte es mir in den Kopf gesetzt eine MIcro-Sim Karte zu erstehen, so ein kleines Dreckding das man braucht, um ein iPhone bzw. ein iPad zum Laufen zu bringen. Kein einfaches Unterfangen, wie ich feststellen durfte. Es war wie in der DDR, in der es viele Dinge wenn überhaupt nur unter dem Ladentisch gab oder nach langer Suche. Und genau das sollte es werden, eine lange Suche ohne Erfolg.
Wie gesagt, zum Betrieb einiger Apple Produkte ist eine Micro-Sim Karte von Nöten, wer auf diesen Gedanken kam, ausgerechnet dieses Format zu wählen entzieht sich meiner Kenntnis, aber ich verfluche ihn.
Weder beim Media Markt in Ludwigsburg wurde ich fündig, man wollte mir nur einen Vertrag andrehen, noch bei einschlägigen Händlern in Ludwigsburg oder Waiblingen. Nach Stuttgart wollte ich nicht fahren, war mir zu weit, ich fürchte auch jedes mal von aufgebrachten S21 Gegnern verprügelt zu werden, denn ich habe ja noch mein Button "Parkerweiterer", und das werde ich nicht ablegen. Kann mich eben nicht mehr nach Stuttgart trauen.
Auch beim Media-Markt in Waiblingen wurde ich nicht fündig, man wollte mir ebenfalls einen Vertrag andrehen, bis über den Tod hinaus.
Das Problem war, dass es besagte Micro-Sim Karten wohl nur mit Vertrag direkt zu kaufen gibt, meine gewünschte Pre-Paid Karte musste ich per DHL bestellen, wobei Nachnahme und Versand teurer waren als die Karte.
Das wäre nicht nötig gewesen, und es war eine Enttäuschung, übrigens die erste Enttäuschung die ich (indirekt) mit Apple erlebte.
Ob Erich damals auch so Probleme hatte, oder hat der sein Handy in Moskau gekauft?
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Wenn der Postmann kein mal klingelt...(Satire)
Man sollte ja annehmen können dass sich mit der Privatisierung der Post und der Lockerung des Briefmoopols etwas verbessert haben sollte, aber denkste..
Genau einmal im Monat, und wirklich auch nur ein Mal erwarte ich einen Brief, wirklich erwarte, und das auch noch mit Freude, genau wie an Weihnachen, eben, und genau wie an Weihnachetn wenn ich die Geschenke meiner Lieben auspacke, werde ich enttäuscht.
Ich erwarte meine meine Lohnabrechnung, die Manifestation meiner Bemühungen eines ganzen Monats, die Mitteilung meines Arbeitgebers ob ich und meine 14 unehelichen Kinder im kommenden Monat satt werden oder uns mit den sterunenden Katzen der Umgebung um alte Fischköpfe balgen müssen. Wie gesagt, ich erwarte meine Lohnabrechnung, und ich erawrte sie zu einem noch halbwegs akzeptablen Zeitpunkt des Tages, nämlich dann wenn ich noch halbwegs nüchtern bin und diese auch noch bei Tageslicht lesen kann.
Leider ist niemand in der Lage mir dieses lebenswichtige Papier zum erwarteten Zeitpunkt zu zu stellen, (schreibt man das zusammen, ich kann mir keinen neuen Dudel leisten, hab noch keine Lohnabrechnung1). Es geht einfach nicht, ob nun staatlich organisiert/reglementiert oder der privaten Manipulationswirtschaft anvertraut. Es geht einfach nicht. Keine Ahnung woran es liegt, vielleicht ist der Weg ja zu steil, die Tasche zu schwer die der geplagte Postmann tragen mss, oider er hat abfallende Schultern und muss die Tasche mit dem Fahrrad transportieren. Wirklich keine Ahnung, hab den Mann/die Frau noch nie gesehen, ich glaube der schleicht sich immer an mir vorbei, aus Angst ich könnte ihm die begehrte Post aus den Händen reißen, womit er gar nicht so falsch läge wenn ich ihn denn nur träfe...nur ein Mal, ein einziges Mal im Leben...
Heute isses wieder so weit, ich lege auf der Lauer, und diesmal pack ich ihn, den Postlümmel mit meiner Abrechnung. Ich krieg ihn diesmal, darauf könnt Ihr Euch verlassen. Hab mich auch schon gewisenhaft vorbereitet, die Taschenlampe mit neuen Batterien bestückt und die Kette meines Dobermanns um 3 Meter verlängert, damit rechnet er nicht, der Postilion. Nu isser drann
Wo steckt der nur der Lümmel...ich geh mal runter ....ciao
Niggo62
nn......
Dankenswerter weise hatte ich neulich wieder einmal eine Einladung in Waiblingen, eine Einladung der unangenehmen Art natürlich, und so startete ich den Versuch, meinen knackigen Arsch in die Stadt zu karren, diesmal sogar ökologisch korrekt, nämlich mit dem Bus, unser Ober-Öko, der sehr verehrte Herr Ministerpräsident des Landes Baden Württemberg, den ich ja auch gewählt habe, damit Ihr mal seht wie es kommen kann, wenn man betrunken wählt, na jedenfalls habe ich mich entschlossen mit dem Stadtbus zu fahren, was erstens naturschonend ist, zweitens bei den momentanen Spritpreisen auch den Geldbeutel schont und drittens, was ein angenehmer Nebeneffekt ist, auch Stoff zum Böse-Geschichertn-Schreiben liefert, kann man doch in dieser Gegend sicher sein, wieder einmal haarsträubende Storys zu erleben.
Da ich 3 Minuten von der Bushaltestelle entfernt wohne dachte ich mir dass 20 Minuten eigentlich ausreichen müssten um an die besagte Haltestelle zu gelangen, es müsste auch noch Zeit genug sein um in dem auf dem Weg liegenden Zeitschriften- und Bürowarenladen (hier kommt schon mein äußerstes Wohlwollen zu Tage) eine Fahrkarte zu erstehen, eine Viererkarte für vier Fahrten, 1 Zone, hier nicht die ehemalige sowjetisch besetzte Zone, sondern eine der in einem Hübschen Diagramm dargestellten Preiszonen, die selbst ein Adler nur in 100-facher Vergrößerung erkennen kann, ein Brillenträger wie ich ist da völlig hilflos, besonders wenn die BRille durch Hartz IV bewilligt wurde. der Nichtadler läuft also ständig Gefahr, sich durch seinen Fehlblick des Schwarzfahrens schuldig zu machen, wobei auch die völlige Inkompetenz des Zeitungsladenbesitzers beiträgt, der nicht müde wird darzustellen, er habe von den Dingen, die er in seinem Laden verkauft, absolut keine Ahnung, er könne aber gerne mal nachsehen, nach dem Diagramm suchend seine Menscheneigenschaft verflucht uns sich dann ebenfalls geschlagen gibt, da er momentan nicht über den zum Entziffern des Diagramms notwendigen Adler verfügt. Egal, irgendeine Fahrkarte musste her, und ich hatte ja 20 Minuten Zeit. Genügend, sollte man denken, ungenügend, sollte ich erfahren.
Wie üblich hatte ich Pech, denn die Dorftratschtante stand im Laden, ihren ausufernden Busen über den Ladentresen gebeugt blätterte sie in einem Magazin, das ich trotz fehlenden Adlerblicks als das Goldene Blatt ausmachen konnte, eine der Zeitschriften, die dem durchschnittlichen Dorfbewohner von Anspruch her gerade noch zuzumuten sind, aber das Bittenfelder Kartoffelblatt und der Mostbote waren wohl vergriffen. Ich durfte mir also geschlagene 10 Minuten die Neuigkeiten über Prinz Botho den Bammeligen und seine angetraute Gräfin Habniximkopf sowie den DSDS Verbrecher Menowin GarnichtmehrsoFröhlich anhören, dabei abwechselnd den Blick auf die Uhr und das dem Platzen nahestehende Kleid der Dorfschönheit richtend.
Nachdem denn nun nach 12 Minuten fast der gesamte Hoch-und Tiefadel durchgehechelt war konnte ich dann doch eine Fahrkarte erwerben, deren Tauglichkeit sich allerdings ohne mitgebrachten Adler..na sie wissen schon..nicht überprüfen lies, aber ich habe ja für solche Notfälle immer 40 Euro Schwarzfahrer-Notfallgeld dabei. Nun aber fix, mit Fahrkarte, zu Haltestelle, damit ich es nicht verpasse, dem Bus, den ich nehmen wollte, hinterher winken zu können. Das ist mir gelungen, der erste Erfolg des Tages, sehe ich einmal von meinem Toilettenbesuch ab. Der Bus war übrigens schön sauber gewaschen, was ich so von hinten sehen konnte. Wäre schön gewesen, drin zu sitzen und das zu genießen, aber man kann ja nicht alles haben, was sich übrigens auch auf die Sitzbank an der Haltestelle übertragen lässt, denn auch dort war es mir nicht vergönnt, mich setzen zu können, da ich sonst in der Spucke der Dorfjugend ausgerutscht wäre.
In meiner nun halbstündigen Wartezeit beschloss ich die Zigarettenindustrie und somit auch indirekt über die Tabaksteuer den Staat zu unterstützen, was mir eine üble Beschimpfung durch Frau Peinlichsenf einbrachte, einer Dame, die, ihre verdiente Rente genießend, ihre Zeit damit verbringt, ungefragt und Peinlichkeiten verbreitend ihren Senf überall dazu gibt, fast wie ich, allerdings mündlich, da des Schreibens unkundig, wie die Mehrheit der Dorfbewohner. Mit der deutschen Sprache steht man in meinem Dorf eh auf Kriegsfuß, was sich auch im Bus bemerkbar machte, der dann doch noch mit kaum merklicher Verspätung ankam. Er hatte sich wohl in einem Pferdeapfel festgefahren.
Pflichtgemäß stempelte ich meine adlerungeprüfte Fahrkarte, stieg auf einen Sitz in der Mitte des Wagens und merkte erst da, welch hübscher junger Mann sich in angeregtem Gespräch mit dem Fahrer befand, wirklich eine Augenweide war er, schlank, dennoch mit wohlgeformtem Hintern, einem Engelsgesicht und wunderschönen Augen..sollte ich ihm meine Fahrkarte zur Prüfung aushändigen? Eher nicht, es muss wohl ein Freund des Fahrers gewesen sein, der sich in einer mir fremden Sprache mit dem Traummann unterhielt, bewundernswert, dass er nebenbei auch noch auf den Verkehr achten konnte und es kaum zu größeren Zwischenfällen kam, sieht man einmal von den beiden Notbremsungen ab, die der Bus hinlegte, als der Fahrer doch noch im letzten Moment merkte, dass er einem Feuerwehrauto mit Blaulicht und kurz darauf einem Leichenwagen die Vorfahrt nahm. Ich habe es dem Fahrer nicht krumm genommen, erstens kommt er anscheinend aus einem fernen Land, zweitens spricht er unsere Sprache nicht und drittens hätte selbst ich nur Augen für den knackigen Traum gehabt, ich hätte Busfahrer werden sollen, vielleicht in Anatolien oder Apulien. Egal, wenn ich einen Busfahrer hätte haben wollen der Deutsch spricht hätte ich eben einen Bus auf Mallorca nehmen sollen. Hier, in dem Nichtverstehen des Busfahrers, rächt sich meine Weigerung, mich in meinem Geburtsland zu integrieren und endlich Türkisch zu lernen.
Da stand er nun, der Traum, seinen dunkelbraunen Haarschopf zum Fahrer gebeugt, direkt neben ihm, dem Fahrer, dem ich meine Sicherheit gerne anvertraut hätte, hätte ich nur genügend Valium heute morgen eingeworfen, aber das verträgt sich ja schlecht mit dem Viagra, das ich um stets bereit zu sein schon in meinem Frühstückskaffee aufgelöst trinke, eben um solchen Situationen wie dem Traummann neben der Fahrerkabine gewachsen zu sein. Ganze 2 Haltestellen konnte ich den Blick auf sein prächtiges durchtrainiertes Hinterteil genießen, dann kam die von allen Fahrgästen so gefürchtete Haltestelle am Clubhaus der Schokoladenfreunde Waiblingen. Hier war dann Schluss mit Lustig.
Der Fahrer bekreuzigte sich, als er die Horde der tapferen Schoko-Freund sah, allesamt weiblichen Geschlechts, er warf einen kurzen Blick auf die angaben zur maximalen Zuladung seines Gelenkbusses und rechnete wohl überschlagsmäßg aus, ob die vier Schokofreunde die Obergrenze sprengen würden, waren doch noch sechs andere Fahrgäste in dem nur für 150 Leute zugelassenen Bus. Die weiblichen Schokofreund ließen schnell die letzten Tafeln Milka und Ritter Sport in ihren weit aufgerissenen Mündern verschwinden und nutzten dann den Kinderwageneingang um den sich ohne Niveauabsenkung in die Knie gehenden Bus zu besteigen. Hier ein kurzer Dank an die Hersteller der Federung des Busses, es muss deutsche Wertarbeit sein die solche Belastungen aushält. Der Fahrer, nun sehr um die Sicherheit seinen Busses bemüht, verteilte die Sitzlast, eine der Damen vorne, eine hinten, und eine in der Mitte rechts, und eine, natürlich die hübscheste, genau, neben mir. Macht nichts, ich mag auch Schokolade, habe sie oft und wirklich gern gegessen, allerdings in meinem ganzen bisherigen Leben (48 Jahre) nicht so viel wie eine der Damen an einem Tag.
Ich machte es mir also denn nun auf dem mir verbleibenden Viertel meines teuer erkauften Sitzplatzes bequem, beglückwünschte mich meiner Qualitäten als Schlangenmensch und lauschte dem Ächzen und Stöhnen des Busses, als dieser mit voller Kraft langsam anfuhr. Vielleicht waren andere Clubmitglieder der Schokoladenfreund Waiblingen bei der Hinfahrt ins malerische Dörfchen mit dabei, was nun auch die leichte, kaum merkliche Verspätung und die mit Schokoladenpapier verstopften Gänge erklärt.
Leider konnte ich den Hintern des jungen Mannes nicht mehr bewundern, da eine der Damen ja vorne zum Gewichtsausgleich platziert worden war, und sie Dank ihrer Körperfülle den Blick auf das Vorderteil des Busses versperrte. Nun, eigentlich ganz gut, so konnte ich trotz aufgelöster Viagra und trotz des Wissens um den knackigen Po den Bus an meiner gewünschten Haltestelle verlassen ohne mir eine Zeitung vor den Schritt halten zu müssen. Auch hier ergeht mein dank an die Schokoladefreundinnen Waiblingen.
Meinen Termin hab ich übrigens verpasst, der Bus zurück ging 1 Stunde später, sodass ich zum Abendessen wieder zu Hause war. Es gab Schokolade.